Bundestagswahl und Immobilienmarkt
Die Bundestagswahl wirft Ihre Schatten voraus.
Welche Pläne haben die Parteien mit dem Immobilienmarkt ab 2022?
Die Wohnungspolitik ist schon im Wahlkampf eines der Hauptthemen. Was erwartet uns, wenn die einzelnen Parteien Ihre Wahlprogramme umsetzen könnten? Dazu einige interessante Aspekte:
Für Vermieter:
- Mietendeckel einführen und Mieten senken
- Mietendeckel verhindern
- Vermieteten Wohnungsbestand enteignen
- Mietrecht verschärfen
- Mietaussetzung bei krisenbedingten Einkommensausfällen
- Recht auf Mietstreik
- CO2-Bepreisung soll nur der Vermieter tragen
- Mietpreisbremse Wohnen verschärfen
- Mietpreisbremse Wohnen beibehalten
- Mietpreisbremse Wohnen abschaffen
- Mietpreisbremse Gewerbe einführen
- Mieterhöhungen über der Inflationsrate verbieten
- Mieterhöhungen wegen Modernisierung halbieren/deckeln
- Mietspiegel Bemessungsgrundlage auf 8 Jahre verlängern
- Mitspiegel Bemessungsgrundlage auf alle Mieten ausdehnen
Für Immobilienkäufer:
- Mehr bauen
- Baukosten auf den Prüfstand
- 100.000 Sozialwohnungen bauen
- 400.000 Sozialwohnungen bauen
- Grunderwerbsteuer senken
- Grunderwerbsteuer-Freibetrag für Selbstnutzer
- Baukindergeld fortsetzen
- Energetischer Sanierungszwang bei Eigentümerwechsel
- Keine Maklercourtage für Käufer
- Share-Deals verbieten
Für Immobilieneigentümer:
- Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen unbefristet
- Veräußerungsgewinne steuerpflichtig machen
- Bauanträge und Dachausbau entbürokratisieren
- Lineare Abschreibung erhöhen
Die Wohneigentumsquote Deutschlands ist mit nur etwa 50 % die zweitniedrigste unter den OECD-Staaten. (1) Noch weniger Eigentümer gibt es nur in der Schweiz. Irgendwie kein Wunder, wenn man realisiert, dass Wohneigentum in Deutschland keine Lobby hat. Eigentlich schade, belegen Untersuchungen doch, dass die Quote der Immobilienbesitzer mit Maßnahmen wie Senkung der Grunderwerbsteuer, Abzugsfähigkeit von Hypothekenzinsen und Beendigung des sozialen Wohnungsbaus gesteigert werden kann. (2) Wir plädieren für ein Recht auf Eigentum.
Obwohl sich weite Bevölkerungskreise Wohneigentum wünschen, scheint das bei vielen Politikern auf taube Ohren zu stoßen. Im Gegenteil: Auch jungen Familien als Erstkäufer zieht man bis zu 6,5 % Grunderwerbsteuer aus der Tasche und bessert damit ungeniert die leeren Staatskassen auf.
Egal, in welcher Konstellation wir zukünftig regiert werden – die weitere Regulierung des Wohnungsmarktes und die Vernachlässigung des Wohneigentums scheint sich weiter fortzusetzen. Viele Maßnahmen laufen auf die Abschaffung des freien Marktes hinaus – was langfristig die Folge ist, haben wir nach 40 Jahren DDR gesehen…
Die zu erwartenden politischen Maßnahmen dürften dem erfolgsgewohnten Immobilienmarkt einen Dämpfer versetzen. Wie lange und wie nachhaltig der sich auswirkt, bleibt abzuwarten.
Ein Anlass, um ggf. darüber nachzudenken, seinen Immobilienbestand umzuschichten oder auszudünnen. Bei den aktuell hohen Preisen vielleicht keine schlechte Idee. Und wenn tatsächlich die „Spekulationssteuer“ zugunsten einer unbefristeten Besteuerung von Veräußerungsgewinnen abgeschafft wird, die letzte Möglichkeit, seine Immobilienwerte steuerfrei in Sicherheit zu bringen.
Wir beobachten die weitere Entwicklung genau und halten Sie auf dem Laufenden.
Quellenangaben:
- C statista 2019
- https://www.bundesbank.de/de/publikationen/forschung/research-brief/2020-30-wohneigentumsquote-822090
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